Neufugland oder
Die Fuge lebt!
Nicht alles, was eine Fuge ist, muss nach B-A-C-H klingen. Im Folgenden werden Alternativen für verschiedene Instrumente gezeigt.

Die erste "Gitarrenfuge" bezieht ihre Energie aus den rythmischen Gegensätzen zwischen den Themen: Südamerika trifft Deutschland...

Die "Fuge für zwei Gitarren" kann gerne von anderen Instrumenten gespielt und zu diesem Zwecke transponiert werden. Die Anfänge des ersten, siebenten und dreizehnten Taktes bilden im Quintenzirkel ein gleichschenkliges Dreieck weches im neunzehnten Takt geschlossen wird.

Dies ist ein harmonischer Kern der hier vorgestellten Kanontechnik: die Erkenntnis, dass ein Kanon genau dann "funktioniert", wenn die Akkordfolgen, welche nach dem Einsatz aller Stimmen entstehen, im Quintenzirkel rotationssymmetrische geschossene Polyäder bilden. Der Symmetriewinkel beträgt 360 Grad durch die Anzahl der Perioden bis zum Erlangen der Ausgangstonart. Bei einem einfachen Kanon ist die Periodenzahl auch die Zahl der Stimmen. Man kann sie auch gleich zwölf setzen und erhält so ein Stück, in dem alle Tonarten gleich oft vorkommen - ganz ohne Zwölftonmusik...

In der "Fuge für zwei Vibraphone, Bass und Schlagzeug" wird ein solches Dreieck aus den Anfangstönen E, C und As gebildet.

Bei einer Spiegelung des Fugenthemas kehrt sich die Drehrichtung des Polyäders im Quintenzirkel um, beim Krebsgang natürlich auch. Wird ein Thema also sowohl gespiegelt, als auch "gekrebst", so resultiert die ursprüngliche Orientierung. Auf dieser Erkenntnis fusst der Spiegelkrebskanon des Agnus Dei in der "Fuganova" .

Weitere Symmetrien haben Spiegelfugen zu erfüllen: die Akkorde welche während des gespiegelten Themas erklingen sind die Spiegelungen der Akkorde über dem Originalthema. Je nachdem, wohin der Spiegelpunkt gelegt wird, kann sich zwangsläufig eine Modulation ergeben. Wird die C-Dur Tonleiter an den Tönen D oder Gis gespiegelt, so geht sie in sich selbst über. Bei der "Walzerfuge für drei Bläser, Bass und Schlagzeug" genannten Spiegelfuge wird so vorgegangen.

Ein Spiegelung am Ton A gibt jedoch eine Modulation nach D-Dur, eine an H oder F macht aus der C-Dur Tonleiter die Fis- bzw. Ges-Dur Tonleiter. Bei der "Spiegelfuge für drei Bläser, Bass und Schlagzeug" wurde dieser Extremfall gewählt. Je nach Spiegelpunkt kann jede Tonart erreicht werden.

Ein interessantes Projekt ist das Zusammenbringen von Improvisation und Fuge wie bei der "Jazz-Fuge für Flöte Gitarre und Bass." Warum soll immer nur über Akkordfolgen improviesiert werden, und nicht über Fugenthemen?

Wichtig bleibt: Auch beim Fugenspielen muss der Spaß erhalten bleiben. Sollte jemand das Thema zu ernst nehmen wird "Balu sucht die Kunst der Fuge und findet sie nicht..."(siehe oben!) empfohlen. Das hilft bestimmt!
Welch hohe Kunst!
Wo man auch hinsieht -
Fugen spielen die tragende Rolle...